Immer mehr Tumorfälle in Deutschland

Die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Deutschland wächst und wächst. „Da für fast alle Krebsarten das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter ansteigt, ist theoretisch durch die steigende Zahl älterer Menschen in der Bevölkerung derzeit ein Anstieg von rund einem Prozent pro Jahr zu erwarten“, so das Robert Koch-Institut. Die Experten sagen für 2020 rund 510.000 Erkrankungsfälle voraus. Das heißt: Allein in diesem Jahr werden Ärzte bei rund 510.000 Menschen in der Bundesrepublik einen Tumor diagnostizieren.

Rund 492.000 Krebserkrankungen wurden nach Schätzungen des RKI 2016 in Deutschland festgestellt. Etwa die Hälfte der bösartigen Tumoren betraf die „Brustdrüse (68.900), Prostata (58.800), Dickdarm (58.300) und Lunge (57.500)“. Erstmals enthält der Bericht „Krebs in Deutschland“ Informationen zu Dünndarm- und Analkrebs (s. Grafik). „Beide Tumorarten sind zwar relativ selten, zeigen zuletzt aber steigende Neuerkrankungs- und Sterberaten“.

Krebs durch Rauchen. Foto: CC0 (Stencil)
Krebs durch Rauchen. Foto: CC0 (Stencil)

Die Experten sagen für 2020 rund 510.000 Erkrankungsfälle voraus. Als Grund nennen sie die immer älter werdende Gesellschaft – gleichzeitig beobachten sie für viele Tumorformen rückläufige Erkrankungsraten. Bei Männern (-12%) fiel dieser Rückgang mit Blick auf die Jahre 2006 bis 2016 größer aus als bei Frauen (-1%); bemerkbar machte sich hier, dass der Trend zum Nichtrauchen in der weiblichen Bevölkerung erst später einsetzte.

Krebs: zurückgehende Sterberaten

Weiter heißt es im RKI-Bericht:

„Die altersstandardisierten Sterberaten an Krebs sind in Deutschland zwischen 2007 und 2017 bei Männern um zwölf Prozent, bei Frauen um fünf Prozent zurückgegangen.“ Die sog. relative Fünf-Jahres-Überlebensrate sei „in hohem Maße von der Tumorart abhängig“. So leben bei Lungen-, Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs weniger als 20 Prozent der Betroffenen nach Ablauf von fünf Jahren noch. Unter Patienten mit einem malignen Melanom der Haut („schwarzer Hautkrebs“) sind es hingegen über 90 Prozent. 

Bei letzterem kommen heutzutage z.B. so genannte Checkpoint-Inhibitoren zum Einsatz – bestimmte Antikörper, die in die Steuerung der Immunantwort gegen Tumoren eingreifen. Etwa 40 Prozent der Hautkrebspatienten sprechen auf eine Kombinationstherapie aus verschiedenen Checkpoint-Inhibitoren an. Diesen medizinischen Fortschritt gilt es, auch auf andere Tumorformen auszuweiten. Onkologe Prof. Dirk Jäger ist optimistisch: „Wir sehen erstmals in der Onkologie revolutionäre Dinge. Wir werden besser. Und wir sehen Dinge, von denen wir vor kurzem nicht zu träumen wagten“, erklärte er bereits 2017 auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin.

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